Schimmel, Einhörner und ein neues Special

Gerade eben wollte ich einen abgelaufenen Joghurt aus dem Kühlschrank wegwerfen.
Der Joghurt-Deckel-Stempel sagt es frech und ohne grün zu werden: eine Woche über dem Mindesthaltbarkeitsdatum! Das Öffnen brachte optische Klarheit: schneeweiß. Und am Geruch war auch nichts auszusetzen. Meine Kinder höre ich schon am Tage des Verderbens sagen: „Iiih, das ist schlecht, guck mal aufs Datum!“, ohne das Erzeugnis näher in Augenschein genommen zu haben.
Glücklicherweise gibt es das MHD nur für Lebensmittel und nicht für Menschen, denke ich dann.

Obwohl ich mich an manchen Abenden/Morgenden, ach was sag ich, ganzen Tagen, jenseits des Verfallsdatums fühle.

 

Es gibt Leute, die sich trotz zu erwartender Ekelreaktion (oder gerade deswegen?) den Verwesungsanblick nicht verkneifen können. Sie öffnen mit spitzen Fingern und eingefahrenem Kinn eine Verpackung, geben Bäh-Geräusche von sich und schreiten erst dann zur Entsorgung. Dazu zähle ich nicht. Mir reichen unfreiwillige Huch-Erlebnisse, wie z.B. die vermisste Brotdose zum Mülleimer zu geleiten, obschon sie sich nach 6 Wochen Ferien und Rumgammeln im Schulranzen von alleine auf den Weg hätte machen können.

Ein abgelaufenes Datum veranlasst mich zu einem prüfenden Blick, andere zum ungeöffneten Wurf in die Tonne.

Und: „Mindesthaltbarkeitsdatum, Quatsch! Geldschneiderei der Lebensmittelindustrie!“ habe ich auch schon gehört.

 

Wenn ich verzweifelt nach der Sahne suche, weil sie als unentbehrlicher Geschmacksträger in der Nudelsauce fehlt, entfällt eine Kontrolle womöglich aus Gründen der Erleichterung über diesen Fund (umso ärgerlicher, wenn die Sahne dann mit kleinen Klümpchen die ganze Sauce ruiniert).

 

Haltbarkeitsdaten zu Kriegs- und Hungerzeiten verlieren ihre Funktion, vergleichbar mit roten Ampeln bei einem Vulkanausbruch.
Das 80jährige Nachkriegskind legt die etwas schmierige Fleischwurst ohne mit der Nase zu zucken aufs Brot und schmeißt nichts weg, während sein 50jähriger Sohn schon beim Gedanken daran etwas Abgelaufenes zu essen, Brechreiz entwickelt, da er als Kind zu viel des Schlechten essen musste und an den Hungererfahrungen seines Vaters im wahrsten Sinne des Wortes zu knabbern hat.

 

Zurück zu meinem Joghurt und mir: er war auch nach einer Woche noch gut und ich werde es an dieser Stelle ehrlich mitteilen, wenn sich der Gang zur Toilette als Ganztagsveranstaltung entpuppen sollte. Mein plötzliches Ableben würde nicht ewig verborgen bleiben. Zu meiner Beerdigung wünsche ich mir sodann, dass ihr als Einhörner kommt. Andere Fabelwesen gehen aber auch. Musikwunsch: the last Unicorn. Und auf dem Grabstein soll stehen: sie hat eigenmächtig entschieden, abgelaufenen Joghurt zu essen. Ruhe rechtsdrehend mit deinen Bakterien in Frieden. Selbst schuld, bzw. eigenverantwortlich gestorben. Na gut, damit könnte ich leben, bzw. sterben. Oder stürben?
(Für diejenigen, die mich nicht kennen: ich liebe den kölschen Karneval und mein Einhornkostüm, ein Runninggag. Einhörner stehen für mich für Selbstbestimmtheit. Wenn ich Bock habe, dann laufe ich als Einhorn rum, auch außerhalb des Fastelovends. Das macht Spaß und erweitert den Horizont.)

 

Natürlich würde ich keinen offensichtlich vergammelten Joghurt essen, weil das MDH noch in der Zukunft liegt.
Ich mag es, meinen eigenen Sinnen zu vertrauen. Ich entscheide selbst, was noch essbar ist und verwende das Mindesthaltbarkeitsdatum gerne als Anhaltspunkt, nicht als Gesetz. Nebenbei: ich finde es toll, dass Fachleute auf gesundheitliche Standards achten, um z.B. Salmonellen und sonstiges unsichtbares Getier von uns fernzuhalten.

 

Zu Risiken und Nebenwirkungen sollten wir uns häufiger selbst befragen! An vielen Stellen entscheiden Systeme und andere Menschen über unser Wohlergehen oder das unserer Kinder. Manchmal verspüren wir dabei ein Unbehagen. Aber da “es alle so machen”, “Experten der Meinung sind, dass”, oder “es immer schon so gemacht wurde”, überlassen wir die Verantwortung jemandem, der es vermeintlich besser drauf hat, den Schwarm in Richtung Intelligenz zu lenken. Je nach Beweggrund und Thema geschieht dies freiwillig, gezwungen, bequemlichkeitshalber, unter Druck, aus Angst, unbewusst, der Herde folgend etc.

 

 

Achtung, jetzt kommt eine scharfe Kurve vom eigenverantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln zu meiner Arbeitsweise.

 

Eigenverantwortung und Freies Systemisches Aufstellen
Mein effektivstes Coachingwerkzeug ist das freie systemische Aufstellen. Thema, Ablauf, Tiefe und Kontrolle liegen stets beim Aufstellenden selbst.
Du wirst bei meinen Aufstellungen nicht erleben, dass du irgendetwas anschauen oder bearbeiten musst. Ich begleite dich einfühlsam und empathisch nach deinen Wünschen. Ich frage dich zum Beispiel, ob sich der nächste Schritt in deiner Aufstellung gut und stimmig für dich anfühlt, biete dir Methoden und Möglichkeiten aus meinem Erfahrungsschatz an. Du entscheidest in deinem Tempo, was du davon benötigst oder verwenden möchtest.
Auch wenn du mich bittest, deine Aufstellung zu leiten; ich erinnere dich daran, dass du Chef deiner Aufstellung bist und bleibst und auch daran, selber zu überprüfen, ob etwas gut oder schlecht in deinem Sinne ist. Denn das kannst nur du entscheiden.

 

Die Erfahrung, während einer Aufstellung zu spüren, dass du selbst bestimmst, anderen Grenzen setzen darfst und dafür einen empathischen Rahmen erhältst, kann dich in eine wunderbare Verbindung mit dir und anderen bringen.
Horche in dich hinein. Es ist toll, wenn du den Dreh raus hast und geht oft einher mit jeder Menge Angstverlust und Selbstbestimmtheit. Manchmal sind es ganz besondere Momente, in denen Teilnehmer zu ihrer Selbstermächtigung (geiles Wort übrigens) zurückfinden.
Achtung: solche Erfahrungen übertragen sich gerne auf den Alltag und können in deinem Leben, deinen Beziehungen für frischen Wind sorgen!

 

Das Prinzip des Freien Aufstellens lautet: du bist immer Chef deiner Aufstellung, da nur du weißt, was gut für dich ist.
Irgendwann macht es klick, und du bist der Chef. Dann wirst du immer sicherer. Oder auch nicht. Dann erinnere ich dich gerne wieder daran.

 

Du kannst alles aufstellen: Krankheiten, Partner-, Familien-, Jobprobleme, Streitigkeiten, Projektideen, Entscheidungsfindung, die Marotten deiner Mitarbeiter, deines Haustieres, Ängste, … Du kannst zielorientiert aufstellen, zB was fehlt mir, um erfolgreich im Job zu sein, was brauche ich, um den Idealpartner zu finden, etc. Wie immer im empathischen und vertraulichen Rahmen. Wir vereinbaren untereinander, dass die Themen der Aufstellungen im Raume bleiben.

Wenn du dein Thema nicht vor der Gruppe ausbreiten möchtest, kannst du dich vorab mit mir besprechen und wir stellen dein Anliegen verdeckt auf.
Als Alternative zur Gruppenaufstellung kannst du ein Einzelcoaching buchen. Bei Krankheit, Zeitmangel etc. sind Telefoncoachings möglich, auf Wunsch kann ein Coaching bei dir zu Hause stattfinden.

 

Aufstellungsinfos & Termine

 

NEU!!! NEU!!! NEU!!!
Familienaufstellung Spezial – Aufstellung & Coaching mit Tina RöttgenIm Gegensatz zum offenen Gruppentermin kannst du hier deinen festen Aufstellungsplatz buchen oder wahlweise “nur” als Stellvertreter teilnehmen. Zusätzlich kannst du je nach Problem und Gefühlslage WingWave oder EFT als Coachingtool von mir in Anspruch nehmen. Insgesamt haben wir mehr Zeit als beim Gruppentermin zur Verfügung.

 

Sonntag, 02. Oktober 2016,
Samstag, 29.10.2016

 

Start: jeweils 10 h (Ankunft ab 9:45 h) Ende: bis maximal 17 h
Ort: Freiraum² – Immanuel-Kant-Straße 1, 51427 Bergisch Gladbach

TeilnehmerInnen mit eigenem Anliegen/eigener Aufstellung: 55,- €
StellvertreterInnen ohne eigenes Anliegen: 25,- €

 

Nächster Gruppentermin: Donnerstag, 22.09.2016 (mit Anmeldung)

 

Tina Röttgen
Moderatorin für Freie Systemische Aufstellungen,
WingWave Coach

 

Weitere Termine erhältst du per Emailverteiler und auch auf Facebook.
Telefon: 0173-7328711.
Mail: info@freiraumhochzwei.de

 

Freiraum²
Immanuel-Kant-Straße 1,
51427 Bergisch Gladbach
20 min vom Neumarkt/Köln Zentrum, 10 min von Linie 1 (Haltestelle Lustheide)

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